Wie unschwer zu erkennen wurde mein Trigon 350 schon im Vorfeld mit einer Rückwand ausgestattet. Da mein Becken mit brutto 350 Liter nicht zu den größten gehört, entschloss ich mich für eine Rückwand die nicht allzu sehr aufträgt. Unter den Aquarianern wird das meist nur wenige Zentimeter dicke Felsenimitat auch gerne als „Slim-Rückwand“ bezeichnet. Hersteller gibt es einige, der bekannteste dürfte wohl Back to Nature mit ihrer „SlimLine“ Produktfamilie sein, aber auch Juwel bietet unterschiedlich dünne Rückwände (Amazon) an.

Markentreue

Für welchen Hersteller man sich letztendlich entscheidet ist vermutlich Nebensache, wichtig war mir eben nur das die Rückwand wenig Platz einnimmt und natürlich das sie gut aussieht. Entschieden habe mich dann letztendlich für die Rückwände von Juwel, da diese vom gleichen Hersteller sind wie mein Aquarium und weil Juwel für ihre Innenfilter auch passende Innenfilterverkleidungen (Amazon) besitzt.

Geliefert werden die Juwel Rückwände in den Maßen 60 x 55 x 3 cm, die speziellen Juwel Filter Covers sind mit allen Größen des BioFlow Innenfilter kompatibel.

Der richtige Kleber

Nicht im Lieferumfang enthalten ist ein Kleber mit dessen Hilfe man die Rückwand fest mit der Scheibe des Aquariums verbindet. Es ist unumgänglich darauf zu achten das der verwendete Klebstoffe aquarientauglich ist! Ansonsten wird es unweigerlich zum Ableben einiger oder sogar aller Tiere kommen (Stichwort ausgasen). Neben dem „normalen“ Aquariumsilikon bietet Juwel auch einen speziellen Unterwasserkleber extra für Dekomaterial an.

Der „Conexo-Kraftkleber“ (Amazon) genannte Klebstoff weißt im Gegensatz zum Silikon eine deutlich höhere Konsistenz auf. Damit erhöht sich die Ersthaftung gegenüber Silikon merklich und das unter Silikon bekannte verrutschen wird unterbunden/minimiert. Beim „Conexo“ kann auch weitestgehend auf eine Fixierung wie bei Silikon verzichten werden, hier haftet das zähflüssige Material ab der ersten Sekunde und benötigt höchstens zur eigenen Sicherheitsbestätigung einen Unterbau. Einen sehr ähnlichen Effekt soll auch der Haru (Amazon) von JBL besitzen. Mittlerweile gibt es auch eine Nachfolger Generation das den einpräglichen Namen ProHaru besitzt.

Punktuell oder flächig

Der passende Klebestoff ist eine Sache, aber das anbringen eine wahre Glaubensfrage. Soll man lieber die Rückwand wasserundurchlässig an die Aquarienscheibe verkleben, ähnlich wie eine Autoscheibe am PKW, oder doch lieber punktuell?

Bei der „wasserundurchlässigen“ Methode muss eine Silikonnaht ringsherum um die Rückwand für Dichtheit sorgen. Dieser Vorgehensweise wird gerne bei stark strukturierten und vor allem hohlen Rückwänden in Kombination mit einem dahinter verbauten Biofilter oder Technikraum verwendet.

Bei der punktuellen Verklebung reichen ein paar wenige „Kleckse“ an der Rückwand, da hier nicht auf Dichtheit geachtet werden muss. Oft ließt man aber im Zusammenhang mit punktueller Verklebung von „Gammelwasser“. Dabei soll Wasser hinter die Rückwand gelangen und langsam vor sich hin „faulen“. Unterhält man sich aber mit einigen „Punktverkleber“ findet man schnell heraus das diese Angst unbegründet ist. Ein Nachfrage bei dem Hersteller führt zum selbigen Ergebnis, zusätzlich ist eine punktuell verklebte Rückwand für späteres entfernen besser geeignet.

Die Rückwand

Im Lieferumfang enthalten ist ein Sägeblatt, mit diesem lassen sich die Rückwände überraschend einfach zusägen.

Die eigentliche Bedienungsanleitung findet man auf der Verpackungsrückseite.

Zuerst muss man die gesamte breite der zu beklebenden Scheibe messen.

Dann legt man die Rückwände auf eine ebene Ablage und zwar so wie sie einmal im Aquarium eingeklebt werden. Die Rückwände besitzen so etwas wie eine Nut und Feder, diese sollte auch überlappend gelegt werden bevor man misst.

Hat man das Maß übertragen kann auch schon mit dem Sägen begonnen werden.

Da die Aquarienscheibe an den Stoßkanten eine Silikonnaht besitzen, habe ich die Kante der Rückwand leicht schräg abgesägt.

Jetzt kann die Rückwand bis an die Scheibe geführt werden ohne das das Silikon ein planes Aufliegen an dieser Stelle verhindern kann.

Bevor es aber ans kleben geht, wurde von mir die Aquarienscheibe mit Spiritus gereinigt. Nicht das Fettflecken oder anderweitige Verschmutzung ein anständiges haften des Klebers verhindert.

Jetzt wird endlich geklebt, punktuell werden einige Kleckse auf die Rückwände aufgetragen und…

… in der richtigen Reihenfolge an die Aquarienscheibe gedrückt.

Nochmals vorweg! Die Rückwände besitzen ein Feder und eine Nut die nur in eine Richtung übereinander passen. Die Rückwand mit der Aussparung (links) muss als erstes eingeklebt werden, damit die zweite unsichtbar überlappen kann.

Eigentlich selbsterklärend, trotzdem ärgerlich wenn man zu spät bemerkt das man mit dem falschen Rückwandteil Kopfüber im Aquarium hängt.

Das Filtercover

Mit der Juwel Filterverkleidungen ist es möglich ohne großen Aufwand den Innenfilter zu verkleiden da auf der Rückseite sämtliche Maße vorgezeichnet sind.

Anhand der Tabelle auf der Verpackung sucht man den richtigen Filter aus und sägt an der passenden Schnittkante entlang.

Der Rest gestaltet sich genauso wie bei der großen Rückwand! Punktuell wird der Kleber aufgetragen und das Filter-Cover eingeklebt.

Nach etwa einer Stunde war die Arbeit auch schon getan.

Man sollte mindestens 24 Stunden, besser 48 Stunden, warten bevor man Wasser ins Becken einlässt. Nach ein paar Wochen sieht das Aquarium mit der eingeklebten Rückwand alles andere als unnatürlich aus.

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