Wer kennt das nicht? Die endlosen Diskussionen unter Aquarianern, wie man seinen neu erworbenen Zierfisch am besten an sein eigenes Aquarienwasser gewöhnt. Gemeint ist dabei das umsetzen des erworbenen Tieres vom Plastikbeutel in das heimische Aquarium.

Wer das ganze in den sozialen Medien verfolgt, damit sind auch die guten alten Foren gemeint, wird beinahe eine unüberschaubare Anzahl an Methoden zur Umsetzung finden. Die geläufigsten möchte ich euch hier einmal vorstellen, wobei mein Favorit am Ende des Artikels zu finden ist.

Die Umsetzungstypen

Die traditionelle Art

Die wohl bekannteste und am meisten angewendete Umsetzungsmethode wird die Beutel – Eimer Kombination sein. Diese Herangehensweise wird sehr häufig in kostenlosen Prospekten und in vielen Fachbüchern seit Jahrzehnten schon propagiert. Dabei wird darauf geschaut zuerst die Temperatur der beiden Flüssigkeiten angeglichen, indem der Beutel samt Inhalt für etwa 10 Minuten ins Aquarium gelegt, gehängt oder geklemmt wird.

Hier und da erhält man auch noch den Tip das Licht während der Umsetzphase auszuschalten, um so dem Tier den Wechsel so stressfrei wie möglich zu gestalten. Anschließend wird der Beutelinhalt in ein dafür passendes Gefäß, meistens ein sauberer Baueimer, geschüttet und in 10 Minuten Takt mit etwas heimischen Aquarienwasser angereichert. So dass nach etwa 20 bis 30 Minuten der Fisch mittels Käscher im heimischen Becken landet.

Das funktioniert ganz gut und ist bewährt, falsch machen kann man damit eigentlich nichts. Für mich persönlich aber etwas zu umständlich. Außerdem gibt es bei mir räuberische Haustiere, die nur darauf warten das der Eimer unbeobachtet ist.

Beschleunigte Express Methode

Es gibt aber auch die ganz Eiligen! Beutel auf und “Inhalt” in einen Eimer schütten. Dann das Tier vorsichtig in die Hand nehmen, soweit möglich, und in das Aquarium übersiedeln.

Diese Methode soll schnell und stressfrei für die Tiere sein. Die Theorie dahinter! Selbst in den natürlichen Habitaten gibt es plötzliche Wassertemperatur und vor allem Wasserparameterschwankungen. Das Tier, soweit gesund, kann solche Schwankungen besser vertragen als ewig lange Umsetzungsorgien. Ob an der Aussage wirklich was dran ist? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Gesehen hat man das schon öfter, vor allem im TV.

Hauptsache Behutsam

Das genaue Gegenteil sind die extrem Umsichtigen! Da wird bis ins kleinste Detail an einem “Wassertröpfchen-Überlaufmechanismus” getüftelt und mit einem dünnen Silikonschlauch samt Ventil (Klemmschraube) an ein Überlaufsystem gewerkelt, das bemerkenswerter eigentlich nicht sein kann.

Das eine Ende des Silikon Schlauches kommt dabei ins Aquarium, während das anderen Ende in einem darunter liegendem Gefäß (meist ein Eimer) hängt. Das Tier samt Inhalt wird dabei vorsichtig dem “Eimer” übergeben, während der Akteure tief Luft holte und so das Wasser vom Aquarium in den Eimer fließen lässt.

Mit einer eigens dafür angebrachten Klemmschraube wird die Durchflussmenge auf nur wenige Tröpfchen reduziert, sodass es gut und gerne 15 bis 20 Minuten dauert bis der Inhalt des Eimers sich verdoppelt. Natürlich darf ein Mini Heizregler nicht fehlen und der Eimer ist selbstredend kein einfacher Eimer, sondern eine Eigenkonstruktion aus schwarzem Plexiglas. Klingt erfunden, ist es aber nicht und wurde so tatsächlich von mir schon gesehen.

Sicherlich kann man das so machen, muss man aber nicht. Einen Schaden leidet das Tier dadurch bestimmt nicht, aber für meinen Geschmack zu aufwendig.

Mein Favorit

Diese Methode wurde mir von meinem Händler empfohlen, es eignet sich aber nur wenn man weiß das der Händler ein super Wasser besitzt. Aber mal ehrlich, wer weiß das hundertprozentig und wer ist nicht davon überzeugt das der Händler seines Vertrauens 1A Qualität an dem feuchten Element besitzt?!

Trotz des kleinen Unsicherheitsfaktors, hatte mir die folgende Methode bisher keine Probleme bereitet.

Anleitung

  1. Tüte ins Becken hängen und ca. 5 Minuten warten
  2. Tüte links und rechts mit einem kleinen Schnitt versehen, sodass die Strömung langsam den Wasserinhalt austauscht
  3.  Für etwa 15 – 20 Minuten dem Aquarium die Arbeit des “Anpassens” überlassen
  4. Tüte samt Inhalt ins Becken entleeren
  5. Fertig

Ich denke mal das diese Methode schnell, einfach und schonend zugleich ist. Solange man das Tier nicht mit dem Messer oder der Schere halbiert!

Wie gesagt Problem hatte ich mit dieser Methode noch nicht und ab einer gewissen Beckengröße dürfte auch eine ein Liter “Verunreinigung” keinerlei Probleme machen. Nebenbei haben auch häusliche Raubtiere ihr schwere Not um ihren trieben nachzugehen.

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