Die Rückkehr zur JBL CO2 Anlage. Eine kleine Geschichte über einen CO2losen Eigentest

Es ist schon einige Jahre her, lasst euch durch das Datum des alten Artikels nicht irritieren, dass ich mir die JBL CO2 Anlage ProFlora m503 installiert habe. Die Anlage selber war, wie im Testbericht schon erwähnt, eher eine Bauchentscheidung gewesen, welche aber von mir nie bereut wurde. Hinsichtlich der CO2 Versorgung hat sie mir von 2016 an super treu gedient und nie in Stich gelassen, was angesichts des doch recht ambitionierten Preises mehr als erfreulich ist.

Wieso überhaupt die Abkehr von CO2

Vor ein paar Monaten, genauer gesagt irgendwann im Januar 2020, war es so weit. Die PH-Sonde ließ sich nach knapp 4 Jahren nicht mehr kalibrieren. Sie war schlichtweg kaputt. Angesichts des zu erwartenden Alters von “nur” knapp 2 Jahren, hat sie mit ihren 4 Jahren ein beinahe Methusalem langes Leben geführt.

Etwa Zeitgleich begann auch der mitgelieferte Blasenzähler zu mucken. Bemerkbar machte sich das bei der Einstellung der Blasenzahl. Immer wenn man diese leicht korrigierte, zum Beispiel nach dem Flaschentausch, schien das Rückschlagventil durchzudrehen. Bemerkbar machte sich das durch eine beinahe unmögliche Feinjustierung. Erst kommt für etwa fünf Sekunden gar nichts, dann für etwa 10 Sekunden die gewünschte Blasenzahl, anschließend über einen Zeitraum von knapp 5 Sekunden steigerte sich die Blasenzahl bis zur Unzählbarkeit, nur um am Ende mit einer CO2 “Explosion” abzuschließen. Danach fängt alles wieder von vorne an. Während der ganzen Zeit blieb das Nadelventil natürlich unberührt. Verschiedene Einstellungen am Arbeitsdruck brachten dabei keinen Erfolg.

Muss wohl ein Zeichen sein, dachte ich mir. Erst die PH-Sonde, dann der Blasenzähler. Vielleicht sollte ich es einfach mal ohne einer CO2 Versorgung probieren, so anspruchsvoll ist meine Bepflanzung ja auch wieder nicht.

Der 3 Monate NON-CO2 Test

Ich weiß jetzt schon das sich einige Nicht-CO2-Versorger die Haare raufen werden, aber bei mir stellte sich über Wochen kein normaler Wuchs mehr ein. Selbst die Echinodoren (oder Echinodoruse???) wuchsen bedeutend langsamer, obwohl sie bekanntlich ihre Hauptnahrung aus den Boden ziehen. Alle anderen Gewächse ließen lieber den Algen den Vorzug.

Ich hatte alles versucht, aber egal ob mit Düngekugeln oder verschiedenen Flüssigdüngern, so wirklich wollte keine der Pflanzen wieder wachsen. Die ach so prächtige Tigerlotus, welche sich vorher wie Unkraut ausbreitete und für sich beinahe die ganze Wasseroberfläche beanspruchte, stellte nicht nur das Wachstum komplett ein, sie verkümmerte immer weiter. Ein echt trauriger Anblick.

Das Aquarium in seiner Gänze, das bisherige Highlight des Wohnzimmers, mutierte langsam aber sicher zu einem Pflanzenkargen 08/15 irgendwas mit Fischen drin.

In meiner Not griff ich auf sämtliche Präparate die mir die Aquaristikwelt so zu bieten hatte zurück. Mein Aquarienschrank glich zeitweise einem Apothekerschrank. Da tummelten sich Eisendünger, Standard Düngerpräparate, komplexe Wasseraufbereiter mit Filteraktivatoren, Algenstops und flüssige Kohlenstoffdünger. Ich weiß, letzteres ist (soll) absoluter Humbug sein, aber was probiert man nicht alles.

Anfangs dachte ich noch das sich das Aquarium erst umstellen müsse und so etwas bekanntlich seine Zeit dauert. Als sich aber nach knapp 8 Wochen immer noch nichts veränderte, griff ich zu der meiner Meinung nach letzten Möglichkeit. Dem pflanzen einiger neuen Stengelpflanzen und das obwohl ich kein Freund dieser Bepflanzung bin.

Nach jedem Wasserwechsel kam ich mir auch noch vor wie so ein Barkeeper aus einem schlechten Film. Hiervon ein bisschen, davon etwas mehr und Schluß noch etwas davon. Doch auch nach weiteren drei Wochen kam nicht der gewohnte Wachstumsschub und um ehrlich zu sein hatte ich auch mittlerweile die Schnauze von meinem Selbsttest voll. Entweder stelle ich mich einfach nur zu blöd an oder die Pflanzen sind einfach anspruchsvoller geworden.

Es kann aber natürlich auch sein das ICH der verwöhnte bin, der einfach in den letzten Jahren das CO2 Wachstum als Standard betrachtete und über das normale (CO2 freie) Wachstum einfach enttäuscht war. Aber egal wie es war oder ist, fest steht das ich meine CO2 Anlage wieder in Betrieb nehmen muss.

Die Rückkehr zum Druckgas CO2

Jetzt hieß es natürlich eine Checkliste anlegen, denn zu den oben erwähnten ableben der Sonde und dem Blasenzähler musste ja Ersatz her. Folgende Besorgnisse und Umbauten wurden also getätigt:

JBL PROAQUATEST CO2-pH Permanent

Da ich echt nicht gewillt war knapp 80 Euro für eine neue PH-Sonde auszugeben, entschied ich mich für einen sogenannten CO2 Dauertest (Amazon).

Der “JBL PROAQUATEST CO2-pH Permanent” misst mittels einer Indikatorflüssigkeit den reinen CO2 Gehalt des Aquarienwassers, ohne das man umständlich über den PH und KH Wert den CO2-Gehalt errechnen muss. Am Rande sei erwähnt das jeder Permanent Tester so verfährt, egal ob JBL, Dennerle Ei, oder sonst einer.

Das ganze funktioniert mit einer Flüssigkeit die so im Aquarium platziert wird, das sie ohne Kontakt mit dem Aquarienwasser einen Gasaustausch mit selbigen ausführen kann.

Je nach CO2 Gehalt verändert sich die Farbe der Flüssigkeit. Bei unter 3 Gramm CO2 pro Liter Aquarienwasser ist sie schön Azurblau, ab etwa 8 Gramm färbt sie sich türkis und bei ca. 20 Gramm Sattgrün.

Das ganze geschieht natürlich nicht Verzögerungsfrei, sondern benötigt einige Stunden an Zeit. Das macht aber nichts, wenn ich eines in den letzten Monaten gelernt habe, dann das Zeit haben *grins*.

JBL PROFLORA Taifun

Wie auf den oberen Foto zu erkennen, bin ich wieder auf den “JBL PROFLORA Taifun” als CO2 Reaktor umgestiegen. Das hat mehrere Gründe:

  1. Ist der JBL PROFLORA Taifun (Amazon) ein einfaches und kostengünstiges passives System, welches sehr gute Ergebnisse liefert und super einfach zu reinigen ist.
  2. Lässt sich der Taifun mit dem “JBL Pro Flora Taifun Extend” (Amazon) beliebig erweitern und…
  3. Kann ich den Taifun, wie auch den bekannten “Dennerle Flipper” (Amazon) auch als Blasenzähler benutzen.

Gerade der letzte Punkt war mir sehr wichtig, da mein verwendeter “JBL ProFlora Count Blasenzähler mit Rücklaufsicherung” (Amazon) ja am Ende immense Probleme machte. Ihr wisst schon, die “CO2 Explosion”.

Der defekte Blasenzähler wurde einfach gegen ein kostengünstiges Rückschlagventil (Amazon) getauscht .

Die Blasenanzahl, welche ja nur der persönliche Einstellung dienen soll und nicht als fixe Maßeinheit, kann ja wie erwähnt am Taifun Reaktor abgelesen werden.

Die superkurze Apera Instruments PH-Sonde

So ganz verzichten wollte ich auf eine PH-Sonde auch wieder nicht. Immerhin war ja der PH-Computer “JBL PROFLORA pH-Control Touch” (Amazon) kein billiges Geschenk an mich und irgendwie liebe ich es auch wenn man digital etwas ablesen kann. Nebenbei sieht die Anzeige auch sehr wichtig aus wenn Besuch kommt. Da ich ja dank dem Permanent Test nicht wirklich auf eine PH-Sonde angewiesen bin, kann es ja ein kostengünstige sein.

Apera Instruments 201T-F pH-/Temperatur-Elektrode, BNC/RCA-Anschluss, Messbereich: 0-14 pH, 0-80˚C
  • Verwendet ein KCl-Gel-Elektrolyt, keine Notwendigkeit zum Nachfüllen
  • Abnehmbare Sondenkappe, leicht zu reinigen
  • Das Gehäuse aus Polycarbonat, ist stoßfest und korrosionsbeständig, ideal für den Einsatz im Labor und in anderen Fachbereichen
  • Diaphragma: Keramik
  • Referenzelektrode: Ag/AgCl

Zum Einsatz kam so ein “No-Name” Dingens mit BNC Anschluss, bei dem man aber immer wieder auf den Preis achten sollte. Das oben gezeigte Produkt gab es zum Kaufzeitpunkt für unter 20€, zum Zeitpunkt des Artikels war der Preis auf beinahe 70€ gestiegen. Da muss man immer ein bisschen die Augen offen halten. (PH-Sonden mit BNC-Anschluss bei Amazon kaufen).

Die PH-Sonde besitzt einen integrierten Temperaturfühler, welcher aber inkompatibel zum “JBL PROFLORA pH-Control Touch” ist. Dafür wird aber die Sonde mit einem super kurzen Kabel geliefert, etwa 60 Zentimeter, ein Problem das viele günstige PH-Sonden besitzen. Eine Verlängerung (Amazon) ist daher unerlässlich.

Die Sonde selber reagiert erfreulich schnell auf Veränderungen und ließ sich ohne Probleme Kalibrieren. Einzig die Farbe ist etwas auffällig, so ein Poolblau ist nicht jedermanns Sache.

Fazit

Zusammenfassend muss ich einfach gestehen das ich ohne CO2 mein Becken nicht mehr betreiben möchte. Es ist sicherlich möglich, wenn man bereit ist Kompromisse einzugehen. Bei einem bepflanzten Becken ist es aber bedeutend einfacher mit einer CO2 Anlage. Es muss ja nicht unbedingt die teuerste Druckgas Variante sein, eine günstige Bio CO2 Anlage mit einem CO2 Dauertest tut es auch (BIO CO2 Anlagen bei Amazon).

Die Anlage ist zwar erst wieder seit knapp einer Woche im Betrieb, die Wirkung ist aber jetzt schon ersichtlich. Dabei wird auf alles an Präparaten verzichtet und einzig ein normalen Pflanzendünger kommt noch zum Einsatz. Auf anraten meines Händlers probiere ich momentan den JBL ProScape (Amazon) als Alleindünger. Laut ihm hat er in Kombination mit einer CO2-Anlage großartige Erfolge erzielen können.

Subjektiv gesehen finde ich das mein Becken nach der Woche schon deutlich besser dasteht. Weniger Algen, besserer Wuchs und klareres Wasser. Ob aber meine in Mitleidenschaft gezogene Tigerlotus nochmal zu altem Glanz erstrahlen kann, bleibt noch abzuwarten. Immerhin zeigt sie wieder etwas Lebensfreude.


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