Diese App kann helfen Besatzfehler zu vermeiden – Aquareka für iOS und Android

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Die App Aquareka gibt es in einer iOS und einer Android Version. Von der iOS Version weiß ich das sie auch für das iPad angepasst wurde. Getestet wurde von mir die iOS Version und hier hauptsächlich für das iPad. Laut Firmen eigener Webseite befindet sich der Firmensitz in Bulgarien, was dem Entwickler aber nicht davon abhielt eine sehr gute deutsche Übersetzung zu implementieren. Die App selber ist gratis, den vollen Funktionsumfang erhält man aber nur mit einem 9€ (7€ bei Android) In-App kauf. Damit gehört die App eindeutig zu den hochpreisigen Applikationen und wäre auch jeden Cent wert, wenn der Anbieter sein Produkt besser Pflegen würde. Leider ist das letzte Update vom 08.01.2018 (Android sogar 2017), was darauf schließen lässt, dass die App langsam aber sicher vernachlässigt wird.

Was kann die App

Im Grunde genommen richtet sich die App an alle die mit dem Gedanken spielen sich ein neues Aquarium zuzulegen, aber noch nicht genau wissen welchen Besatz sie eigentlich wollen. Dabei ist die App für Neueinsteiger genauso gut geeignet wie für erfahrene Aquarianer.

Öffnet man die App das erste Mal, wird man mit einem nicht wirklich hübschen Startbildschirm begrüßt. Das ist aber nicht weiter schlimm, da man den Begrüßungsbildschirm nur einmal direkt nach der Installation zu Gesicht bekommt und dann nie wieder.

Übersicht

Nach einem Tap auf “loslegen”, wirft einem die App auch schon direkt ins Hauptmenü. Hier stehen einem verschiedene Auswahlfelder zu Verfügung, die aus “Katalogen“, “Erstelle dein erstes Aquarium” und “Registriere dich” besteht. Mit letzteren lassen sich Aquarien in einer Cloud sichern und so plattformübergreifend abrufen. Dummerweise wird keine Windows, Mac oder webbasierende Version angeboten. So ist man auf eines der zwei Mobilgerät Varianten angewiesen.

Der “Kataloge” Reiter

Dreh und Angelpunkt in der Aquareka App sind die Kataloge. Diese bestehen aus “Fische entdecken“, “Pflanzen entdecken“, “Krebstiere entdecken” und “Schnecken entdecken”. Öffnet man eines dieser Kataloge, bekommt man ein alphabetisch sortiertes Verzeichnis mit sämtlichen geläufigen Zierfischen, Pflanzen, Schnecken oder Krebse. Ich habe sie nicht nachgezählt, aber laut Beschreibung sind es 307 Fische, 90 Pflanzen, 18 Krebstiere und ganze 5(???) Schnecken. Jedes Tier oder jede Pflanze verfügt über ein eigenes Bild mit einer Schnellübersicht der Beckengröße, der Haltungstemperatur und der Tier Endgröße.

Für eine einfachere Erkundung kann man optional verschiedene Filter einsetzen. Diese lassen sich entweder nach der Beckengröße, nach der Haltungsschwierigkeit (einfach, normal, schwierig und speziell) oder nach der zu lebenden Wasserschicht einstellen. Die Auswahl mehrer Filter gleichzeitig bleibt der Vollversion vorbehalten. Eine Stichwortsuche ist natürlich auch vorhanden.

Hat man sich das Primärtier seiner Wahl ausgesucht, öffnet sich ein neues Fenster in der noch weitere Informationen angezeigt werden. Zu den schon oben genannten Angaben gesellen sich noch der Ph-Wert und die Wasserhärte dazu. Besitzer der Vollversion bekommen darüber hinaus noch einen Steckbrief der Geschlechtsmerkmale, der Ernährung, der Vermehrung und der Haltung.

Der “Los gehts!” Reiter

Hat man seinen Primärfisch ausgesucht, in diesem Fall eine Prachtschmerle, fügt man diesen mit einem Tap auf “Zum Aquarium hinzufügen” dem virtuellen Aquarium hinzu. Anschließend lässt einem die App die Wahl ein weiteres Tier oder eine weitere Pflanze hinzuzufügen. Möchte man beides nicht, kann man sein bisheriges Aquarium auch anschauen.

Da ein Fisch etwas wenig ist, gehe ich wieder in den Katalog auf “Fische entdecken” und suche mir auch gleich den nächsten Fisch aus. Ich komme nicht weit und bleibe bei einem hübschen afrikanische Maulbrüter hängen. Beim öffnen erscheint dort wo vorher “Zum Aquarium hinzufügen” stand, nur noch ein “Passt nicht zum Aquarium”.  Ein Tap darauf öffnet ein weiteres Fenster in dem mir erläutert wird das das ausgewählte Tier ein “Kompatibilitätsproblem” besitzt. Laut App passen Prachtschmerlen und Maulbrüter wegen dem Ph-Wert nicht zusammen.

Ok, Wasserwerte passen nicht. Also suche ich mit Hilfe des Katalogs einen weiteren Fisch aus. Diesmal einen der von den Wasserwerten zu meiner Prachtschmerle passen müsste, aber bei fast jedem anderem Fisch gibt es immer ein Problem. Beim genaueren betrachten stellt sich heraus, dass anscheinend die Prachtschmerle der Übeltäter ist. Immer wieder kommt ein “können nicht zusammen leben!”. Das macht die App in meinen Augen genau richtig, denn es ist allgemein bekannt das Prachtschmerlen recht ruppige und vor allem sehr große Tiere sind. Das heißt früher oder später wird der restliche Besatz meistens ein Problem mit dieser “terroristischen” Art bekommen.

Mit dem eingangs erwähnten Filtern lassen sich zum Glück auch nur passende Tiere oder Pflanzen anzeigen. Aktiviert man diesen, bleibt in meinem Fall nur noch eine sehr kleine und überschaubare Anzahl an Fischen über. Spätestens hier merkt man, dass man sich genau überlegen sollte welches Tier man als Haupttier aussucht. Hier spielt so eine App auch einen großen Vorteil gegenüber normalen Büchern aus. Sämtliche Parameter werden von der App erfasst und auf das weitere Vorhaben angewendet. Das funktioniert nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Pflanzen. Wärmeliebende Tiere, wie der Diskus, bekommen bei der Pflanzenwahl auch nur passende Gewächse angezeigt.

Ich habe das ganze ein paar mal durchprobiert. Bei afrikanischen Barschen zum Beispiel schrumpft das Pflanzenverzeichnis enorm und bei der Auswahl eines Kugelfisches werden mir gar nur 2 weitere Kugelfische als passender Besatz angezeigt. Mit Sicherheit ist das Programm nicht perfekt und die ein oder andere Kombination würde in der Realität zumindest kleinere Probleme mit sich bringen. Als Beispiel würde ich bei Schmerlen oder Kugelfische keine Schnecken hinzufügen, aber laut Aquareka ist das kein Problem. Was ja aus der Sicht der Schmerle und dem Kugelfisch bestimmt auch richtig ist, die Schnecken würden dem vehement widersprechen.

Verwirkliche dein Aquarium

Hat man am Ende seinen Besatz gewählt, was unter Umständen Stunden dauern kann, hilft einem die App bei der Verwirklichung des Aquariums. Vorher sichert sich der Hersteller aber ab, in dem er den Benutzer darauf aufmerksam macht das es keine Erfolgsgarantie für das zukünftige Vorhaben gibt.

Kühn wie ich bin, bestätige ich die “Ich bin einverstanden” Auswahl. Im Anschluss gelange ich auch schon in eine Schritt für Schritt Anleitung die mit “Schritt 1: Technik zusammenstellen” beginnt. Hier hakt man, wie bei einer Einkaufsliste, alle für den Betrieb notwendige Zubehör ab. Leider fehlen zu den einzelnen Komponenten weitere Angaben. So sucht man vergebens die Wattangabe bei der Beleuchtung oder dem Heizer und auch die passende Größe des Filters und des Bodengrund sucht man vergebens.

Das ganze wirkt für den erfahrenen Aquarianer nicht nur skurril sondern auch unnütz. Der Programmierer hätte sich diese Arbeit sparen können, denn ohne detaillierte Angaben ist die Einkaufsliste eigentlich unnütz.

Erst wenn man alle “Einkäufe” der Liste abgehakt hat, die irgendwo bei Zeitschaltuhr und Eimer endet, kann man endlich auf “Weiter” tippen.

Weiter geht es dann mit den Schritten “Pflanzen sammeln“, “Aquarium Aufbau” und dem letzten Schritt “Der Lebensraum in deinem Aquarium braucht Zeit…”. Hier läuft doch tatsächlich ein sekundengenauer Timer herunter, der dich 7 Tage warten lässt. Erst nach Ablauf dieser Zeit, gelangst du zum nächsten Schritt “Tiere einsetzen“. Zum Glück können aber auch alle Schritte Übersprungen werden.

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Fazit

Man muss einfach zugeben das der Punkt “Verwirkliche dein Aquarium” so sinnvoll ist wie ein Sandkasten in der Sahara. Dafür hat mir die Hauptaufgabe der App, das zusammenstellen des Besatzes und der Bepflanzung, sehr gut gefallen. Spielerisch sucht man sich die einzelnen Mitglieder seines Beckens aus und wählt die passenden Pflanzen. Vor allem unerfahrene oder unentschlossene Aquarianer werden hier ihre Freude haben. Leider sieht es so aus als ob das Projekt “Aquareka” eingestellt wurde, denn ein bzw. zwei Jahre ohne Update spricht eine deutliche Sprache. Dennoch ist das bisher gebotene, zumindest in der kostenlosen Variante, einen Blick Wert.

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