Normalerweise sind wir ja ein Land der Supersparer! Egal ob beim Essen, im Urlaub oder bei der Punktejagd an den Kassen! Wenn es irgendwie möglich ist, versuchen wir immer etwas Asche herauszuschlagen. Selbst wenn es nur Prämien für weiteren Krusch ist, der dann irgendwann in rauen Mengen am Flohmarkt landet.

Im direkten Gegensatz dazu steht unser Hobby! Wie heisst es so schön, “Ein Hobby ist erst dann ein Hobby, wenn es Geld kostet!”.  Für unser Steckenpferd geben wir doch gerne etwas mehr aus und kaufen uns lieber die etwas teure und dafür kleinere Futterdose (meist mit coolen Bio Aufdruck), als den Ein-Liter-Sparkübel. Beim Kauf von Tieren brauchen wir doch erst gar nicht reden. Da ist es doch selbstverständlich den Händler seines Vertrauens aufzusuchen, selbst wenn dieser ein paar Penunzen mehr verlangt.

Aber mal Hand aufs Herz! Wer schluckt nicht hin und wieder einen etwas dickeren Kloß herunter, wenn es um den Kauf von selten verwendeten Produkte geht? Vor allem dann, wenn in den Onlinestores Ware mit gleicher Funktion, aber zum halben Preis angeboten wird. Jetzt ist das bei den Wassertest so ein Problem, denn wer möchte für etwas weniger Geld falsche Ergebnisse haben. Aber muss billig gleich Fehlerhaft sein? Genau diese Frage habe ich mir gestellt, als ich mir bei “Filterking” ein paar Produkte bestellt habe.

Im Portfolio der Firma, die unter anderem auch Dünger anbietet, werden eine Vielzahl an Tests angeboten:

  • PH Testset
  • KH Wassertest
  • GH Wassertest
  • NO2 Nitrit Testset
  • Fe Eisen(II) und Eisen(III) Testset
  • NO3 Nitrat Testset
  • NH3 Ammoniak und NH4 Ammonium Testset
  • PO4 Phosphat Testset

Allen gemein ist ein sehr niedriger Preis von nur knapp 4€ bis 6€ pro Test-Kit. Ein “Test-Set” soll laut Hersteller für etwa 120 Messungen reichen, was in meinen Augen aber einen sehr ambitionierten Wert darstellt und in der Praxis wohl eher nicht erreicht wird. Dennoch sind die Fläschchen nicht nur gefühlt größer als bei der Konkurrenz.

Die Bestellungen

Bestellt wurde von mir das “PO4 Phosphat”, “NO3 Nitrat” und das “FE Eisen” Test-Kit. Die Lieferung kam ziemlich fix und schon nach 3 Tage hielt ich ein kleines unscheinbares Päckchen in der Hand.

Beim öffnen der Schachtel erkennt man schon wo der Hersteller die Finanzschere angesetzt hat, um ein möglichst aggressiven attraktiven Preis fahren zu können.

Der erste Eindruck

Alle drei bestellten Testkits wurden samt Zubehör lose in der Pappschachtel geliefert. Gewundert habe ich mich aber darüber nicht! Denn wer für ein paar Euros eine Apple-Like Verpackung erwartet, hat das Prinzip des Sparens nicht verstanden.

Zumindest ist alles vorhanden was man für eine Messung benötigt. So findet man eine ausreichende Anzahl an Küvetten, Spritzen, Farbkarten und sogar eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache.

Hält man sich den niedrigen Preis vor Augen, darf man sich natürlich nicht wundern das alles auf das nötigste reduziert wurde.

Die Bedienungsanleitung wurde einfach nur auf ein Blatt gedruckt und ist dabei recht unübersichtlich geraten. Gerade dann, wenn man mal schnell einen Test machen möchte, fällt einem auf wie viele Buchstaben so ein DIN A4 Blatt haben kann. Positiv dagegen ist die “echte” deutsche Sprache. Hier wurde nicht einfach mal schnell mit Google-Translate übersetzt, sondern für Muttersprachler in einem sehr verständlichen Deutsch geschrieben.

Die Farbkarten wirken auf den ersten Blick, und auch auf den zweiten, nach Do it Yourself. Erkennbar ist das anhand einiger kleinen Schatten (Verwischungen) die man hier und da erkennen kann. Dennoch erfüllen die Vergleichskarten ihren Zweck und der Farbabgleich wird durch den schlechter erscheinenden Druck nicht wirklich beeinträchtigt.

Der Karton mit den farbigen Vergleichsaufdruck ist mit einer Art Wasserfesten Schicht überzogen. Hier bleibt abzuwarten wie haltbar die Wasserabweisende Schicht ist und ob sie sich nach dem x-ten mal immer noch abwischen lässt, ohne dabei den Druck mitzunehmen.

Alle Anleitungen sowie Farbkarten lassen sich beim Hersteller auch als PDF downloaden und können so auch am heimischen Drucker ausgedruckt werden.

Der Praxistest

Die Bedienungsanleitung ist wie Anfangs schon erwähnt eine echte Crux! Mann fühlt sich sofort an die Packungsbeilage eines Medikaments erinnert. Es ist so gut wie unmöglich mal schnell einen Test durchzuführen! Außer man markiert sich die wichtigsten Stellen mit einem Textmarker.

Die Fläschchen mit der Reaktionsflüssigkeit sind zwar enorm Groß, aber dafür schwer kontrollierbar. Das eindrücken des Kunststofffläschchen benötigt einen hohen Kraftaufwand und der Druckpunkt zwischen “es kommt gar nichts” und “es kommt alles auf einmal” ist sehr klein.

Mit der Zuhilfenahme der zweiten Hand, etwas Gefühl und einer waagrechter Haltung, lässt sich dennoch die richtige Anzahl an Tropfen herausquälen. Dennoch ist man weit von der Bequemlichkeit eines teureren Markenprodukts entfernt.

Bei einem der gelieferten Fläschchen hält der Tropfenaufsatz nicht ordentlich, sodass dieser hin und wieder lieber im Verschluss, als auf dem Fläschchen stecken bleibt. Das wiederum ist sehr ärgerlich, da man den Aufsatz nicht ohne Hilfsmittel wie einer Gabel oder einem Messer aus dem Deckel befreien kann.

Allerdings sollte man erwähnen, dass alle anderen Fläschchen dieses Problem nicht haben und der Aufsatz Bombenfest am Flaschenhals verbleibt.

Die Küvetten, in dem das Aquariumwasser mit der Testflüssigkeit reagieren soll, sind ausreichend groß und besitzen einen einfachen Gummiverschluss.

Der “Stöpsel” verrichtet seinen Dienst leider nur unzureichend! Bei stärkerem schütteln passiert es nicht selten, dass etwas Flüssigkeit austritt. Der Flüssigkeitsverlust selber ist aber nur minimal und verfälscht natürlich nicht das Ergebnis.

Kann man sich an die oben genannten Makel gewöhnen, verläuft der Rest Genre üblich normal ab. “Fülle eine Präzise Menge an Aquariumwasser in die Küvette, träufel eine exakte Anzahl an Tropfen der Reaktionsflüssigkeit dazu und so weiter und so weiter!”

Sehr positiv zu erwähnen ist das Endergebnis! Diese sind dem anderer namhafter Hersteller sehr ähnlich bzw. eigentlich identisch.

Meine Tests haben im Falle vom PO4 und NO3 das gleiche Ergebnis wie bei den Markenprodukt ausgegeben. Beim Eisentest fehlte mir leider ein Vergleichsmodell, allerdings ist der Wert nachvollziehbar.

Fazit

Selbst wenn man den Straßenpreis anderer Hersteller nimmt, sind die angebotenen Sets von Filterking immer noch spürbar günstiger. Demgegenüber merkt man aber deutlich wo eingespart wurde. Das fängt bei der Bedienungsanleitung an und endet bei der Handhabung der Reagens Flüssigkeit. Über ein sauberes Verstauen nach dem Test, wollen wir erst gar nicht reden!

Dennoch, das Resultat und somit das Ergebnis stimmt. Kann man über die Unzulänglichkeiten in Sachen Qualität hinwegsehen, hat man hier eine wirklich sehr günstige Alternative zu den Big-Playern der Branche.

Möchte man aber mehrere Test auf einmal kaufen, würde ich zu einem der “Großen” in der Branche tendieren und mir einen kompletten Testkoffer besorgen. Dann nämlich schrumpft der Differenzpreis der einzelnen Tests erheblich und man bekommt zusätzlich ein super aufgeräumtes Etui dazu.


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