Eigenbau T5 Beleuchtung mit extern betriebenem EVG

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Eigentlich sind die LED-Leuchten aus der Aquaristik nicht mehr wegzudenken. Sie sind sparsamer, leichter zu Händeln und haben eine längere Lebensdauer (wenn man der Industrie glauben schenken darf). Ungeachtet dessen, erlebt in den Foren die “alte” Röhre eine kleine Renaissance. Vielleicht liegt das an der homogeneren Ausleuchtung oder auch an dem Festhalten alter Gewohnheiten, ich weiß es nicht. So oder so ist es für mich Grund genug, einen (ur)alten DiY Artikel doch noch zu veröffentlichen. Also dann viel Spaß damit.


Der ein oder andere Besitzer einer T5 Leuchteinheit, wird das Problem vielleicht kennen. Die Rede ist von Messfehlern. In manchen Fällen kann es vorkommen, das dass EVG (Elektronische Vorschaltgerät) die angeschlossene PH Sonde beim Messen stört. In meinen Fall war der gemessene Unterschied etwa ein PH, was ganz Lustig anzusehen war. Licht an, Aquariencomputer zeigt einen PH von 7,9. Licht aus und schlagartig sank der Wert auf PH 6,9. Ich habe echt alles probiert! Das anbringen eines Graphitrings, Fehlanzeige. Das drehen der Leuchteinheit, keine Auswirkung.

Die einzige Lösung bestand darin, die PH-Sonde aus dem Umfeld des EVG´s zu nehmen, was in der Praxis nur schlecht funktioniert. Der andere Weg wäre das Separieren des EVG´s. Nach einiger Recherche habe ich erfahren das, eine vernünftige Verkabelung vorausgesetzt, dass EVG bis zu einer Entfernung von 4 Metern betrieben werden kann. In meinem Fall ist die gesamt Kabellänge knapp unter zwei Meter, was somit innerhalb der Toleranz liegen sollte.

(Meine) Benötigten Materialien

  • Alu Vierkanntrohr 152cm*10cm*1,8cm 18mm dicke ist noch ein Standartmaß (in meinem Fall 2 mal, da ich 2 Beleuchtungen habe) inkl. Deckel zum Verschließen der Außenseite (gibt es beim gleichen Händler wie die Alurohre)
  • T5 Lampenhalterung (Amazon)
  • Alu Rundstab als Gleitvorrichtung (wird sich später noch klären)
  • Gummistopfen zum verschließen von Bohrlöcher
  • Gummitüllen zum Durchführen der Kabel in das Alu Gehäuse
  • 5m Datenleitung 8-adrig mit 0,5mm (Amazon)
  • 40mm Ablußrohr für das EVG inkl. Muffe und 2 Kappen
  • 3 adriges Standard Stromkabel mit Stecker
  • Lötkolben, Seitenschneider, Schraubenzieher und andere klein Werkzeuge
  • jemanden der WiG Schweißen beherrscht

Bau des Gehäuses aus Aluminium

Das Vierkanntrohr aus Aluminium wird auf die benötigte Länge gebracht, in den meisten Fällen dürfte das die Breite des Beckens sein. In meinem Fall wurden noch Alu-Rundstäbe verschweißt, da die 18mm dicke des Alu-Vierkanntrohrs nicht in meine Laufschiene des Aquariumdeckels passt. Mit 12mm Alustäbe hingegen gibt es keine Probleme.

Mit angeschweißten Bolzen und Bohrlöchern (links geschliffen, rechts roh)

Wie man hier auf den Fotos schon erkennen kann sind die Bohrungen für die T5 Lampenfassung schon eingebohrt. Das dritte Loch ist die Kabeldurchführung der T5 Fassung.

Ich habe mich für Schraubfassungen entschieden, was zur Folge hat das ich auf der Gegenüberliegenden Seite auch 2 Löcher Bohren musste. Irgendwie muss ich ja mit dem Schraubenzieher (in meinem Fall Inbus) an den Schraubenkopf gelangen. Da ich zwei Leuchtbalken betreiben möchte, kann ich gleichzeitig die Unter- und einmal die Oberseite ablichten. Links ist quasi die Draufsicht, wo später die Löcher mit einer Gummitülle verschlossen wird. Rechts die Unten-drunter-Sicht, an denen die T5 Fassungen angeschraubt werden. Sollte man sich für Steckfassungen entscheiden, entfällt dieser Schritt natürlich.

Eine Zusätzliche Bohrung, auf dem Bild nicht zu sehen, kam noch an die Querseite. Denn Irgendwie muss ja das Kabel aus dem Gehäuse heraus zum EVG gelangen. Wenn alles soweit fertig ist, folgt als letzter mechanischer Arbeitsschritt das auftragen eines Zwei-Komponenten Klarlacks (Amazon).

Die Elektrik

Jede T5 Fassung benötigt für die Stromversorgung zwei Adern, was bei einer Doppelbeleuchtung (a´ 4 Fassungen) ein acht adriges Kabel voraussetzt. Dieses achtadrige Kabel wird durch die seitliche Öffnung eingeführt und aufgeteilt, sodass jeweils 4 Adern an jeder Seite ankommen.

Den Schaltplan (hier von einen 1*35W EVG) findet man schön sauber aufgedruckt auf dem EVG. Jeder der Ansatzweise einmal etwas mit Elektronik am Hut hatte, wird mit dem Schaltplan zurecht kommen. Alle anderen sollten sich Hilfe holen, oder die Arbeit lieber ganz sein lassen.

Der aufgedruckte Schaltplan

Wichtig ist hier vielleicht noch zu erwähnen, dass man den noch später erwähnte Deckel des HT-Rohrs noch vor der Verdrahtung über das Kabel zieht. Nach dem anklemmen ist es nämlich unmöglich den Deckel am EVG vorbei zu bekommen. Es soll den ein oder anderem schon passiert sein nach der Verdrahtung wieder alles abklemmen zu müssen, was ziemlich doof ist, spreche da aus Erfahrung *grins*. 

Hat man alles nach Plan angeschlossen, muss man das EVG noch mit Strom versorgen. Wurde alles richtig angeschlossen, sollten die Röhren einem erleuchten.

Test bestanden, alle Leuchten brennen

Wundert euch nicht das es bei mir etwas chaotisch aussieht! Normalerweise ist bei mir im Keller alles Tippo Toppi *hüstel*.

Erste Ausführung eines EVG-Gehäuses

Die Verdrahtung ist richtig und die Lampen leuchten, was jetzt noch fehlt ist ein Gehäuse für das EVG. Es ist nämlich nicht das cleverste ein nacktes EVG einfach hinter das Aquarium zu legen. Zumindest sollte man es in irgendeiner Form vor Spritzwasser schützen. Am günstigsten geht das mit HT-Rohren und Muffen, die im allgemeinen auch als Abflussrohre bekannt sind.

Angekommen im Baumarkt wanderten zwei 50 Zentimeter lange HT-Rohre, vier Muffen und vier Deckel der gleichen Größe im Einkaufswagen. HT Rohre mit einem Durchmesser von 50mm würden genügend Platz für das EVG bieten. Leider ist bei mir hinterm Aquarium der Platz sehr beengt, sodass nur 40 Millimeter HT-Rohre passen. Wie auf dem Foto zu erkennen passt das EVG glücklicherweise haargenau in ein 40 Millimeter HT-Rohr, da habe ich aber nochmal Glück gehabt.

Das EVG passt genau rein

In der Mitte des einen Deckels bohrt man ein Loch so groß, das dass achtadrige Kabel gerade noch durch passt. In dem zweiten Deckel sollte das Loch genau für das 230V Versorgungskabel passen.

(Stink)normale Abflussrohre mit 40mm Durchmesser

Das kleine Loch an der Längsseite des Rohrs wird einmal eine kleine metrische Schraube beherbergen, mit dieser wird dann das EVG an Ort und Stelle gehalten. Diese lassen sich mit etwas Kraftaufwand, auch ohne vorher ein Gewinde zu schneien, eindrehen. Vermutlich hätte ich mir diesen Schritt auch sparen können, da im Normalfall das HT-Rohr samt EVG nicht täglich versetzt oder bewegt wird.

Der ganze Arbeitsschritt passierte natürlich zweimal, da ich ja zwei Leuchtbalken mit je zwei T5 Röhren verbaut habe.

Zweite Ausführung eines EVG-Gehäuses (Neu)

Wie das halt immer so ist, am Ende fällt einem auf was man vergessen bzw. verbessern könnte. Quirlige Leser wird es mit Sicherheit aufgefallen sein, das dass Gehäuse aus Aluminium nicht geerdet wurde. Das muss natürlich nachgeholt werden, was Glücklicherweise kein Problem darstellt.

Wie auf dem Schaltplan des EVG´s zu erkennen ist, kann der Anschluss “21” zwei Leuchtstoffröhren versorgen. Also dann mal schnell zwei Kabel miteinander verlöten, um so sicher von der einen Fassung zur nächsten zu gelangen.

Die übrig gebliebene Ader dient fortan als Erdung. Festgemacht wurde das ganze einfach mit einer Edelstahlschraube.

Edelstahlschraube für die Erdung

Die zweite Änderung ist marginal und fällt eher unter einer kosmetischen Veränderung. Ich möchte gerne das dass Stromkabel (230V) und das achtadrige Kabel an einer Seite des Gehäuses herauskommt.

Hierfür musste ich mir neue Deckel besorgen, wobei eines unangetastet blieb, während das andere natürlich zwei Löcher haben musste.

Das 230V Kabel wird dabei einfach entlang des EVG´s zur anderen Seite geführt (Erdungskabel nicht vergessen)…

… und in das Abflussrohr gestopft. Jetzt noch die Muffe darüber schieben und Deckel drauf – fertig.

Hier ein Foto der ganzen Leuchteinheit außerhalb des Aquariums…

…und hier im eingebauten Zustand.

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Fazit

Alles im allen hat sich die Arbeit gelohnt und meine PH Anlage zickte seither nicht mehr herum. Das ganze läuft seit nunmehr drei Jahren ohne Probleme.


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